Leserbrief in der Limmattaler Zeitung: «Das Angebot für Verhandlungen nicht angenommen»

An der Gemeinderatssitzung vom 9. April 2026 hat Kerstin Camenisch den Eindruck erweckt, das Referendumskomitee habe einen Vertrag erhalten, den es nicht unterzeichnen konnte. Dabei ging es um das Angebot an das Komitee, 64 bestehende kostengünstige Wohnungen, die ansonsten demnächst abgerissen werden, über mindestens 15 Jahre zu erhalten – und nicht um 66 Wohnungen, wie Kerstin Camenisch an der Gemeinderatssitzung sagte. Peter Metzinger, Gemeinderat FDP und Mitglied im Komitee Wohnraum Ja, ist der Sache nachgegangen – und hat in einem Leserbrief in der Limmattaler Zeitung vom 15. April 2026 festgehalten, was er dabei herausgefunden hat.


Das Angebot für Verhandlungen nicht angenommen

Von «Zwängerei» bis «Frontalangriff»; Gestaltungsplan Post-/Zürcherstrasse im Parlament. Ausgabe vom 11. April

Kerstin Camenisch hat im Gemeinderat den Eindruck erweckt, das Referendumskomitee habe einen Vertrag erhalten, den es «nicht unterzeichnen» konnte. Das ist gemäss den Informationen, die dem Pro-Komitee vorliegen, leider nur die halbe Wahrheit. Das Wichtigste hat sie verschwiegen: Was dem Komitee vorgelegt wurde, war ein Entwurf – eine Verhandlungsgrundlage, kein Ultimatum.

Die Reppisch-Werke AG (RWD) hat nach den Informationen, die dem «Komitee Wohnraum Ja» vorliegen, das Komitee ausdrücklich eingeladen, den Entwurf gemeinsam zu besprechen und anzupassen. Wörtlich hiess es, es gebe «sicherlich Punkte, bei denen wir auch bereit sind, Ihren Vorstellungen zu folgen». Das Angebot zum Gespräch stand demnach jederzeit offen.

Aufschlussreich ist, wer dann tatsächlich ein Ultimatum gesetzt hat: nicht etwa die Bauherrschaft, sondern das Referendumskomitee selbst. Frau Camenisch forderte eine «finale Lösung bis spätestens 6. November» und kündigte die Einreichung des Referendums auf den 10. November an. Gleichzeitig lehnte das Komitee den Vertragsentwurf ab, ohne in die angebotene Detailverhandlung einzutreten.

Wer selber Fristen setzt, aber das Gesprächsangebot der Gegenseite ausschlägt, hat offensichtlich nie ernsthaft eine Einigung angestrebt. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Dietikon dürfen sich fragen: Warum hat das Komitee nicht verhandelt, wenn es doch angeblich das Beste für die Bevölkerung wollte?

Ein Vertragsentwurf ist zum Verhandeln da. Wer ihn unbesehen ablehnt, der Gegenseite ein Ultimatum stellt und sich danach beklagt, der Entwurf sei inakzeptabel gewesen, macht es sich zu einfach.

Am 14. Juni stimmen wir über den Gestaltungsplan ab. Das Projekt bringt 48 neue Wohnungen, einen lebendigen Stadtboulevard mit Gewerbe im Erdgeschoss und über 25 Prozent öffentlichen Stadtraum. 25 Gemeinderatsmitglieder aus sechs Parteien – von SVP bis Grüne – empfehlen ein Ja. Ich schliesse mich dem an.

Peter Metzinger, Gemeinderat FDP, Mitglied im Komitee Wohnraum Ja, Dietikon


#wohnraumJa

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von JA zu 48 Wohnungen für Dietikon

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen